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Inuit-Dorf in Alaska stimmt über Umzug ab

Klimawandel

17. August 2016 14:46; Akt: 17.08.2016 14:46Print

Inuit-Dorf in Alaska stimmt über Umzug ab

Weil das Klima wärmer wird, verliert das Inuit-Dorf Shishmaref immer mehr Land. Die Bewohner erwägen harte Konsequenzen.

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Bild: AP/Diana Haecker
Seit Jahrzehnten verschiebt sich die Küste von Sarichef Island vor dem US-Bundesstaat Alaska, die Häuser im Dorf Shishmaref fallen der Erosion zum Opfer. Die Aufnahme dieses Gebäudes im Westen des Ortes stammt aus dem Jahr 2006.
Seit Jahrzehnten verschiebt sich die Küste von Sarichef Island vor dem US-Bundesstaat Alaska, die Häuser im Dorf Shishmaref fallen der Erosion zum Opfer. Die Aufnahme dieses Gebäudes im Westen des Ortes stammt aus dem Jahr 2006.Das arktische Eis schützt das Dorf nicht länger vor dem Wasser. Schuld ist der Klimawandel. (Aufnahme aus dem Jahr 2002)Auch andere Ortschaften in Alaska, wie etwa Newtok am Ninglick River, sind von der Erosion betroffen.Auch in Newtok lässt sich gut beobachten, wie das Land vom Wasser überschwemmt wird.Die Bewohner von Shishmaref (hier aus der Vogelperspektive) stimmten am Dienstag, 16.8.2016, darüber ab, ob sie geschlossen an einen anderen Ort umziehen wollen.Der Klimawandel sorgt dafür, dass der Permafrostboden aufweicht.

Der komplette Umzug des Dorfes würde laut «Guardian» rund 180 Millionen Dollar kosten. Das Ergebnis der Abstimmung vom Dienstag soll am heutigen Mittwoch bekannt werden. Wohin die Reise geht, falls der Vorschlag angenommen wird, wird in weiteren Zusammenkünften entschieden.

Permafrostboden weicht auf

Früher wurde Shishmaref, das vor allem von Inuit bewohnt wird, durch arktisches Eis vor Wasser geschützt. Seit dieses schmilzt, ist das Dorf jedoch mehr und mehr den Wellen ausgesetzt. Der Permafrostboden, auf dem die Fertighäuser gebaut wurden, weicht auf und erodiert. Barrikaden und Mauern konnten dem nur wenig entgegensetzen.

In den vergangenen 35 Jahren habe sich die Küste wegen der Erosion um mehr als 750 Meter verschoben, schrieb Esau Sinnok, Dorfbewohner und Arktischer Jugendbotschafter, im vergangenen Jahr ans US-Innenministerium. Seit seiner Geburt im Jahr 1997 habe Shishmaref 30 Meter verloren. Seine Familie sei in den letzten 15 Jahren 13-mal umgezogen – von einem Ende der Insel zum anderen, weil immer mehr Land verloren gehe. In den kommenden zwei Jahrzehnten werde die Insel komplett verschinden, warnt Sinnok.

Wie Shishmaref geht es in Alaska mindestens 30 weiteren Ortschaften. Das ergab eine Studie des US-Rechnungshofes, dem Government Accountability Office. In zwölf dieser Orte erwägt man einen Umzug.

(mlr)

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Author: Nilzeitung

Noch immer in aufbau Die Selbstzufriedenheit ist in Wahrheit das Höchste, was man erhoffen kann. !? Baruch de Spinoza (1632-1677)

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