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Achtung! Anticholinerge Medikamente schaden dem Gehirn

 

Gehirn, grafisch dargestellt © NDR

Stand: 30.08.2016 16:03 Uhr – Lesezeit: ca.3 Min.

Anticholinerge Medikamente schaden dem Gehirn

Spürt man nach der Einnahme eines Arzneimittels eine Mundtrockenheit, hat das Medikament vermutlich eine anticholinerge Wirkung. Anticholinergika stecken in vielen Präparaten: Inkontinenz- und Beruhigungsmitteln, Neuroleptika, Antidepressiva, Tabletten gegen Übelkeit, Schmerzen oder Allergien. Der Nutzen dieser Wirkstoffe ist unbestritten.

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Anticholinerge Medikamente schaden dem Gehirn

Visite – 30.08.2016 20:15 Uhr Autor/in: Sigrun Damas

Anticholinergika stecken in verschiedenen Präparaten, ihre Wirkung ist unbestritten. Doch neue Studien zeigen: Sie führen vor allem bei älteren Menschen zu Gedächtnisproblemen.

Das Demenzrisiko steigt

Doch neue Studien zeigen, dass sie vor allem bei älteren Menschen zu Gedächtnisproblemen führen und das Demenzrisiko steigern können. Die langfristige Einnahme von Anticholinergika zerstört Nervenzellen und die Gedächtnisleistung wird dauerhaft eingeschränkt. Altersmediziner warnen deshalb vor der unbedachten Verschreibung dieser Medikamente. Derzeit nimmt jeder dritte Patient über 75 Anticholinergika ein und Gedächtnisprobleme werden allzu oft auf das Alter geschoben und ignoriert, statt einen Zusammenhang mit den Medikamenten zu überprüfen.

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NDR Info – 30.08.2016 09:20 UhrAutor/in: Damas, Sigrun

Sie sind als Wirkstoff in vielen Medikamenten – sogenannte Anticholinergika. Derzeit diskutieren Mediziner, ob sie womöglich mehr schaden als nutzen.

Radio-Visite: Anticholinergetika – Gift fürs Gehirn?

Unser Gehirn produziert einen wichtigen Nervenbotenstoff: das Acetylcholin. Es sorgt dafür, dass Nervenzellen miteinander sprechen, Impulse weitergeleitet werden. Anticholinergika verhindern, dass dieser Nervenbotenstoff andocken und seine Wirkung entfalten kann. Bei einigen Medikamenten, zum Beispiel gegen Parkinson und Inkontinenz, ist genau dieser Effekt auch beabsichtigt. Bei vielen anderen ist er aber eine lästige Nebenwirkung. Hinzu kommt, dass ältere Menschen durch eine nachlassende Nierenfunktion oft anfälliger für Nebenwirkungen sind. Deshalb muss mit zunehmendem Alter die Dosis vieler Medikamente reduziert werden, die man in jüngeren Jahren gut vertragen hat.

Wirkstoffe, die den Geist vernebeln

Je mehr anticholinerge Medikamente ein Mensch einnimmt, desto wahrscheinlicher kommt es zu einer Schädigung der Nerven. Ob ein Medikament eine anticholinerge Wirkung hat, zeigt ein Blick in die Auflistung der Nebenwirkungen im Beipackzettel: Sind hier Verstopfung, Mundtrockenheit, Probleme beim Wasserlassen, Sehstörungen aufgeführt, weist das auf einen anticholinergen Effekt hin. Wer solche Hinweise im Beipackzettel seiner Medikamente entdeckt, sollte seinen Arzt oder Apotheker dazu befragen. Eigenmächtig absetzen sollten Patienten ihre Medikamente generell nicht, aber sie sollten einen Überblick behalten, welche Medikamente sie einnehmen und wofür. Diese Liste sollten sie möglichst auch immer zu Arztbesuchen oder in die Apotheke mitnehmen. Und immer wieder sollte gemeinsam mit dem Hausarzt geprüft werden, ob Medikamente mittlerweile abgesetzt oder reduziert werden können, um unnötige Nebenwirkungen zu vermeiden.

Medikamente mit anticholinergen Wirkungen
Medikament Wirkung Wirkstoffe
Verschreibungspflichtig und Gegen Unruhe z.B. Atosil
anticholinerge Hauptwirkung Parkinsonmittel z.B. Benzatropin
Blasenmittel z.B. Oxybutynin
Verschreibungspflichtig und Antidepressiva Trizyklische Antidepressiva
anticholinerge Nebenwirkung Neuroleptika z.B. Clozapin
Schmerzmittel Morphin-Typ
Beruhigungsmittel Benzodiazepine
Rezeptfrei und Gegen Übelkeit z.B. Dimenhydrinat
anticholinerge Hauptwirkung Gegen Bauchkrämpfe z.B. Butylscopolamin
Rezeptfrei und Gegen Allergie z.B. Cetirizin
anticholinerge Nebenwirkung Beruhigungsmittel z.B. Diphenhydramin

Interviewpartner im Beitrag

Dr. rer. nat. Beate Wickop, Fachapothekerin für Klinische Pharmazie, Geriatrische Pharmazie
Klinikapotheke
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52, 20246 Hamburg
Internet: http://www.uke.de

Prof. Dr. Klaus Hager, Chefarzt
Dr. Olaf Krause, Oberarzt

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Author: Nilzeitung

Noch immer in aufbau das dauert noch !!!!! (,,Patience ,, )) Die Selbstzufriedenheit ist in Wahrheit das Höchste, was man erhoffen kann. !? Baruch de Spinoza (1632-1677)

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