nz

Online zeitung

Sachsen/Leipzig Al-Bakr begeht in Leipziger JVA Selbstmord

Al-Bakr begeht in Leipziger JVA Selbstmord

Der terrorverdächtige Dschaber al-Bakr hat sich in seiner Zelle in der Justizvollzugsanstalt Leipzig erhängt. Der Vorfall habe sich am Mittwochabend ereignet, teilte das sächsische Justizministerium mit. Nähere Angaben zu dem Suizid wollten die Behörden nicht machen. Details würden am Donnerstagvormittag, 11 Uhr, auf einer Pressekonferenz in Dresden bekanntgegeben, hieß es in einer Pressemitteilung von 22:48 Uhr. Medienberichten zufolge erhängte er sich in seiner Zelle. Er sei als suizidgefährdet eingestuft worden. Auch dazu wollte sich das Ministerium nicht äußern.

JVA Leipzig
Al-Bakr befand sich in der JVA Leipzig im Hungerstreik.Bildrechte: TNN

Am Abend des 12. Oktober 2016 hat sich der der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat hauptverdächtige Jaber Al-Bakr in der Justizvollzugsanstalt Leipzig mit Haftkrankenhaus das Leben genommen.

Sächsisches Justizministerium

Anwalt äußert scharfe Kritik an sächsischer Justiz

Al-Bakrs Pflichtverteidiger äußerte am Mittwochabend scharfe Kritik an der sächsischen Justiz: “Ich bin wahnsinnig schockiert und absolut fassungslos, dass so etwas passieren kann”, sagte der Rechtsanwalt Alexander Hübner dem “Focus”. Er sprach von einem “Justizskandal”. Hübner sagte, den Verantwortlichen der Justizvollzugsanstalt sei das Suizid-Risiko des Beschuldigten bekannt gewesen und auch im Protokoll vermerkt worden. “Er hatte bereits Lampen zerschlagen und an Steckdosen manipuliert”, sagte Hübner dem “Focus”. Doch am Nachmittag habe ihm der stellvertretende JVA-Leiter telefonisch versichert, dass der in Einzelhaft sitzende al-Bakr “ständig beobachtet” werde. Hübner sagte weiter, dass der Terrorverdächtige sich seit seiner Festnahme im Hungerstreik befand. Er habe seit Sonntag nichts gegessen und getrunken.

Die “Bild”-Zeitung berichtet, seine Zelle sei offenbar nur einmal pro Stunde kontrolliert worden.

Bundespolitiker fassungslos

Deutsche Politiker haben sich fassungslos und schockiert darüber geäußert, dass der Terrorverdächtige Dschaber Al-Bakr erhängt in seiner Leipziger Gefängniszelle aufgefunden worden ist. “Wie kann jemand, der angeblich unter ständiger Beobachtung stehen soll, erhängt aufgefunden werden? #fassungslos”, schrieb der Grünen-Bundestagsabgeordnete Tobias Lindner am Mittwochabend bei Twitter. “Wie konnte das geschehen?”, fragte der Grünen-Politiker Volker Beck. Der SPD-Abgeordnete Johannes Kahrs schrieb: “Was ist denn schon wieder in Sachsen los? Irre.” Und auch Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig fragt: “Was ist da los?!”

Die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen im Bundestag, Steffi Lemke, hat Erklärungen zum Tod des Terrorverdächtigen Dschaber Al-Bakr gefordert. “Ich erwarte, dass es morgen bessere Erklärungen zum Tod von Al-Bakr gibt als das Abtauchen aller Zuständigen heute”, schrieb Lemke am späten Mittwochabend bei Twitter.

Bin gespannt, welche Erklärungen in nächsten 11 Stunden im Justizministerium bis zur PK für dieses Desaster gefunden werden https://twitter.com/MDRaktuell/status/786310126105923584 

Kontakt zum IS

Der 22-jährige al-Bakr war in der Nacht zum Montag in Leipzig durch drei Syrer festgehalten und der Polizei übergeben worden. Al-Bakr wird verdächtigt,Angriffe auf Züge, Bahnhöfe oder Berliner Flughäfen geplant zu haben. Bei der Durchsuchung einer von ihm genutzten Wohnung in Chemnitz wurde hochexplosiver Sprengstoff gefunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass der 22-Jährige Verbindungen zur Dschihadistenmiliz “Islamischer Staat” hatte. Er war im Februar 2015 als Flüchtling in Deutschland registriert worden und hatte zuletzt in Eilenburg gelebt. Anschließend soll er für mehrere Monate in die Türkei gegangen sein. Nach MDRAngaben reiste Al-Bakr im Herbst vergangenen Jahres zwei Mal in die Türkei und hielt sich auch einige Zeit in der syrischen Stadt Idlib auf. Mitbewohner aus dem nordsächsischen Eilenburg hätten ebenfalls von seinem Aufenthalt in Idlib berichtet.

“Helden von Leipzig” Mitwisser?

Nach Informationen von MDR SACHSEN soll al-Bakr in einer polizeilichen Vernehmung die drei als “Helden von Leipzig” gefeierten Syrer beschuldigt haben, Mitwisser der geplanten Anschläge gewesen zu sein. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, die die Ermittlungen führt, wollte die Angaben nicht bestätigen. Auch die Frage, ob die drei Syrer, die ihn überwältigt hatten, noch als Zeugen oder Verdächtige in dem Ermittlungsverfahren behandelt würden, blieb in Karlsruhe unbeantwortet. Den Angaben zufolge gab es aber keine weiteren Festnahmen. Überhaupt blieb zunächst unklar, ob die Ermittler die Aussage Al-Bakrs für glaubhaft halten oder ob es sich um eine Schutzbehauptung handeln könnte.

Zuletzt aktualisiert: 13. Oktober 2016, 00:32 Uhr

Advertisements

Author: Nilzeitung

Noch immer in aufbau das dauert noch !!!!! (,,Patience ,, )) Die Selbstzufriedenheit ist in Wahrheit das Höchste, was man erhoffen kann. !? Baruch de Spinoza (1632-1677)

Comments are closed.