Bei einem Angriff auf die Silvesterfeier in einem der größten Nachtclubs im Zentrum Istanbuls sind mindestens 35 Menschen getötet worden. Mindestens 40 Menschen seien darüber hinaus verletzt worden, sagte Istanbuls Gouverneur Vasip Sahin am Sonntagmorgen am Anschlagsort. Sahin sprach von einem “Terrorangriff”. Ein Angreifer habe sich Zugang zum Club verschafft, indem er am Eingang einen Polizisten und einen Zivilisten erschossen habe.

“Leider gab der Täter die Schüsse auf sehr grausame und unbarmherzige Art und Weise auf unschuldige Menschen ab, die das neue Jahr feiern und Spaß haben wollten”, sagte der Gourverneur vor Reportern.

Nach Medienberichten drang ein Bewaffneter um 01.45 Uhr Ortszeit im Stadtteil Ortaköy in den beliebten Club Reina ein. Er sei als Weihnachtsmann verkleidet gewesen. Der private Fernsehsender NTV berichtete, zu dem Zeitpunkt seien mehr als 500 Menschen in dem Gebäude gewesen. Manche Besucher seien in den Bosporus gesprungen, um vor dem Angriff zu fliehen. Der mutmaßliche Täter könne sich noch immer in dem Club befinden.

Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie zahlreiche Kranken- und Polizeiwagen vor dem Club  standen. Aus Angst vor möglichen Anschlägen waren in der Silvesternacht Medienberichten zufolge 17.000 Polizisten in Istanbul im Einsatz. An der zentralen Ausgehmeile Istiklal Caddesi kontrollierten Sicherheitskräfte die Zugänge und durchsuchten Taschen.

Die deutsche Botschaft hatte in einer Mitteilung an Deutsche angesichts der Terrorgefahr mitgeteilt: “Die Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen und Festlichkeiten an Silvester und Neujahr sollte verantwortungsvoll geprüft werden.”

In der Türkei sind im vergangenen Jahr mehrere Anschläge verübt worden. Im Dezember starb der russische Botschafter Andrej Karlow bei einem Attentat in Ankara. Die türkische Regierung hat für einige der Angriffe die Bewegung von Fethullah Gülen verantwortlich gemacht, einem Rivalen von Präsident Recep Tayyip Erdogan. Gülen hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Für weitere Anschläge übernahmen radikale Kurdengruppen und die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) die Verantwortung.