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Polizeilicher Machtmissbrauch in Entwicklungsländern.

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Kein Freund und Helfer. Polizeilicher Machtmissbrauch.
Millionen Menschen in Entwicklungsländern werden von korrupten Polizisten ausgebeutet, die Bestechungsgelder erpressen, unschuldige Bürger brutal behandeln oder willkürlich in Untersuchungshaft halten.

Diese rechtswidrigen Inhaftierungen liegen vor, wenn Menschen ohne rechtmäßige Anklage oder ordentliches Gerichtsverfahren verhaftet oder für unbestimmte Zeit eingesperrt werden. Ohne fremde Hilfe hat ein Opfer dieses Verbrechens meist kaum eine Möglichkeit, dieser unrechtmäßigen Freiheitsberaubung zu entkommen.
An vielen Orten in Entwicklungsländern müssen Eltern ihren Kindern beibringen, vor der Polizei wegzulaufen, um in Sicherheit zu sein, anstatt ihnen zu sagen, dass sie zur Polizei gehen sollen, wenn sie Probleme haben.

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“Arme Menschen verbinden mit der Polizei nicht Schutz, sondern Machtmissbrauch.
So sind viele arme Menschen der Überzeugung, dass die Polizei
nur für reiche und einflussreiche Leute da ist.“ –

fakten Jährlich werden etwa 10 Millionen Menschen in Untersuchungshaft in Gefängnissen und Haftanstalten weltweit gehalten.1

Im Jahr 2012 schätzten das IJM Team und seine Partner, dass in Nairobi 15-30% der Gefangenen in Untersuchungshaft Opfer von polizeilichem Missbrauch sind.²

Eine Studie der kenianischen Independent Policing Oversight Authority begründet, dass in fast 2 von 3 untersuchten Straffällen, die vor Gericht kamen, nicht ausreichend Beweise von der Polizei aufgebracht werden konnten, dass die angeklagte Person verurteilt werden kann.3

In vielen Entwicklungsländern herrscht ein großer Mangel an Anwälten und Richtern. In Indien gibt es nur elf Richter für über eine Million Menschen. Auf den Philippinen hat ein durchschnittlicher Richter einen Überhang von 1 479 Fällen.4

URSACHEN

In vielen Entwicklungsländern kann die Polizei Verdächtige nahezu ohne jeglichen Beweis festnehmen. Unter diesen Umständen wird oft armen Menschen mit begrenzter Bildung ein Verbrechen angehängt, um die Ermittlungen schnell abschließen zu können. Allein auf Grundlage eines Vorwurfes, können diese Menschen dann festgehalten werden.

Ohne Rechtsbeistand verbringen Betroffene meist mehrere Jahre unschuldig im Gefängnis. Experten berichten von Fällen, in denen kenianische Gefangene bis zu 17 Jahre inhaftiert wurden, bevor Verhandlungen stattfanden. Gerichtsverfahren werden oft in den offiziellen Sprachen ohne Übersetzer abgehalten – Sprachen, die die fälschlicherweise beschuldigte Person vielleicht nicht spricht oder versteht.

Für Familien, die mit Armut zu kämpfen haben, bedeutet die Inhaftierung eines unschuldigen Hauptverdieners, dass die lebensnotwendige Versorgung nicht mehr gesichert ist. Dies kann sie dazu zwingen, in noch instabilere Unterkünfte überzusiedeln oder ihre Kinder aus der Schule zu nehmen, damit sie arbeiten gehen. Die meisten Familien können sich nicht einmal die Gefängnisbesuche ihrer Angehörigen leisten.

An vielen Orten der Welt „gehört Folter zur Routinearbeit der Polizei, um Geständnisse oder andere Informationen von Verdächtigen zu erzwingen, die nicht ‚kooperieren‘ wollen.“ Die mangelhafte Ausbildung der Polizei und so gut wie keiner Rechenschaftspflicht für schlechte Polizeiarbeit führen dazu, dass Beamte ihre Macht missbrauchen. Millionen arme Menschen leben in Gesellschaften, in denen die Polizei nicht nur darin versagt, sie vor gewalttätigen Verbrechern zu schützen, sondern die Polizei selbst zu gewalttätigen Verbrechern wird.

(Q)Voices of the Poor, Die Weltbank/ijm
1 Open Society Justice Initiative (2011). Pretrial Detention and Torture: Why Pretrial Detainees Face the Greatest Risk. A Global Campaign for Pretrial Justice Report. Open Society Foundations: New York.
2 Independent Policing Oversight Authority (2013). Baseline Survey on Policing Standards and Gaps in Kenya. IPOA.
3 U.N. Commission on Legal Empowerment of the Poor (2008). Making the law work for everyone. Report of the Commission on Legal Empowerment of the Poor [Vol. 1]. Commission on Legal Empowerment of the Poor & United Nations Development Programme: New York.
4 United Nations High Commissioner for Refugees. Stateless people: An introduction to statelessness.

 

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Author: Nilzeitung

Noch immer in aufbau Die Selbstzufriedenheit ist in Wahrheit das Höchste, was man erhoffen kann. !? Baruch de Spinoza (1632-1677)

6 thoughts on “Polizeilicher Machtmissbrauch in Entwicklungsländern.

  1. In the developed world we take personal freedom and police protection somewhat for granted. Thanks for posting this it is good to be reminded of what the reality is for others in the world.

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  2. Useful article.

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