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Verbrennungsanlagen sollen Japan beim Plastikmüllproblem helfen

Verbrennungsanlagen sollen Japan beim Plastikmüllproblem helfen

Von Micha 22. Mai 2019

Plastikmüll
Bild: Wikimedia Commons

Da China seit geraumer Zeit den Import von Plastikmüll verboten hat, stehen immer mehr Länder vor einem Problem: Wohin mit dem Müll?

Auch Japan ist keine Ausnahme, das Umweltministerium findet kaum noch Abnehmer für diesen Müll. Daher wurden nun die Präfekturverwaltungen angehalten, die Verbrennung der wachsenden Berge von Plastikmüll in Erwägung zu ziehen.

Japanische Unternehmen hatten ihren Plastikmüll als wiederverwertbaren Industrieabfall hauptsächlich nach China exportiert, doch das Land hatte die Einfuhr Ende 2017 verboten.

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Seitdem haben Industrieabfallentsorger in einigen japanischen Regionen, einschließlich Tokyo, Probleme, mit der Menge an Plastikabfällen fertig zu werden.

Im März führte das japanische Umweltministerium eine Umfrage durch. Das Ergebnis zeigte, dass mehr als die Hälfte der Unternehmen ihre Kunststoffabfälle lagern.

Zwar fordert das Ministerium die Präfekturen nun zur Verbrennung auf, allerdings ist diese Empfehlung nicht bindend.

Von den 9 Millionen Tonnen Plastikmüll, die Japan pro Jahr produziert, werden ca. 7 Millionen Tonnen als Industriemüll behandelt. Die Dringlichkeit, die Plastikabfälle in Japan zu entsorgen, werden durch die Überarbeitung der Basler Konvention, die den Export regelt, verstärkt. Durch die Überarbeitung werden die internationalen Beschränkungen für die Ausfuhr umweltschädlicher Kunststoffabfälle ab 2021 verschärft.

Industrieabfallentsorger dürfen nach der Abfallverordnung des Umweltministeriums nur bis zur 14-fachen Menge, der pro Tag entsorgbaren Abfallmenge lagern. Allerdings haben einige Firmen bereits Probleme, diese Regel einzuhalten.

Hintergrunde

Spaßiges Umweltschutz-Müllsammeln als Sport in Japan

Benks7. Mai 2019

Müllsammeln Abfall Müll
Bild: Pakutaso

Aktuell versinkt unsere Welt regelrecht in Müll. Deponien auf der ganzen Welt kommen nicht mehr hinterher und ein gigantischer Teppich aus Plastikabfall zerstört die Meere. Umso schöner ist die Nachricht, dass sich in Japan Müllsammeln zu einem richtigen Sport entwickelt.

„Supo-gomi taikai“ nennt sich der neue Trend, bei dem sich alles um Müll dreht. Teams versuchen dabei, sich selbst zu übertreffen und so viel Müll wie möglich zu sammeln. Wie die Asahi Shimbun berichtete, fand letztes Jahr ein derartiger Wettkampf in Wakayama statt. Um die 70 Teilnehmer von sechs bis 78 Jahren nahmen daran freudig teil.

Die Teams von drei bis fünf Personen starteten alle in einem öffentlichen Park zur selben Zeit und durften Müll in einem Umkreis von einem Kilometer sammeln. Wer etwas fand, gab den Mitspielern laut Bescheid. Punkte gab es hingegen für die Art und das Gewicht des Abfalls. So gab es für zum Beispiel Zigarettenstummel mehr Punkte als für andere größere Dinge.

Erfinder des ungewöhnlichen Sports ist Kenichi Mamitsuka, der Müllsammeln spaßiger und interessanter für junge Menschen machen wollte. Er selbst sammelte immer beim täglichen Joggen so viel Müll, wie er konnte, ohne seine Laufzeit zu erhöhen. Mittlerweile gab es 639 Supo-gomi-taikai-Events in ganz Japan mit ungefähr 76.000 Teilnehmern.

Millionen Tonnen an illegalem Müll

Doch nicht nur die Umwelt profitiert von dem neuen Trend. Nachforschungen ergaben, dass die Events bei Kindern das Verständnis für Umweltschutz verbessern. Sie verstehen sofort den Zweck und fangen an, von sich aus mehr für die Umwelt zu tun, wie Strom zu sparen. Ein besseres Verständnis schadet jedoch den Erwachsenen ebenfalls nicht.

Laut TV Tokyo gibt es nämlich jedes Jahr um die 16 Millionen Tonnen an illegalen Müll im ganzen Land. Viele Menschen wollen kein Geld für die legalen Deponien bezahlen oder die strengen Regeln einhalten. Aus dem Grund entsorgen sie ihren Abfall viel lieber in der Natur. Der Regierung gelang es jedoch bereits, einige illegale Müllmänner ausfindig zu machen und ihnen klarzumachen, wie sie legal den Müll entsorgen.

Mittlerweile versuchen Menschen zusätzlich, über die sozialen Medien andere zum Müllsammeln zu motivieren. So berichtet der Komödiant Shuichi Takizawa, wie er Teilzeit als Müllmann für die Stadt arbeitete und wie viel Spaß er dabei hatte. Seine Tweets über seine Arbeit sorgten bereits für großes Interesse und andere Stars reagierten auf sie. Der YouTube-Kanal Katazuke Tonton befasst sich hingegen mit zugemüllten Wohnungen und deren Entrümpelung.

Quelle: Asahi Shimbun, Japan Times// MS/sumikai

Author: Nilzeitung

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