Nach dem Torten-Angriff auf die Linke-Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht beim Parteitag in Magdeburg hat die Polizei den mutmaßlichen Täter wieder auf freien Fuß gesetzt. Wagenknecht nennt die Aktion “saudämlich” und ärgert sich über die Gleichsetzung mit AfD-Politikerin Beatrix von Storch.

Gegen den 23-Jährigen aus Weißenfels in Sachsen-Anhalt, welcher der Linken-Fraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht eine Torte ins Gesicht warf, wird nun wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung ermittelt, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Inzwischen hat die Polizei den mutmaßlichen Täter wieder auf freien Fuß gesetzt.

Wagenknecht lässt noch offen, ob sie Strafanzeige stellt. Eine Parteisprecherin sagte, dass die Partei mit Sicherheit Anzeige gegen eine Frau und einen Mann erstatten werde. Ordner hätten die Täter des Geländes verwiesen. Sie stammten augenscheinlich aus “linken Strukturen” und hätten sich als Pressevertreter angemeldet.

Sahra Wagenknecht nennt Aktion “saudämlich”

Zu der Aktion bekannte sich die “Antifaschistische Initiative Torten für Menschenfeinde”. In einem nach der Attacke verteilten Flugblatt wird Wagenknecht vorgeworfen, sie sei wie die AfD bemüht, den “Volkszorn” in politische Forderungen zu übersetzen. Zwischen AfD und Linken gebe es einen “nationalen Konsens“.

Wagenknecht hatte Kritik auf sich gezogen mit der Position, nicht alle Flüchtlinge könnten nach Deutschland kommen.

In einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa hatte sie Kritik an ihren Äußerungen noch vor der Attacke zurückgewiesen. Es sei eine “Banalität”, dass die Aufnahme-Kapazitäten nicht unbegrenzt seien.

Die Fraktionsvorsitzende zog sich nach dem Tortenwurf in ihrem Hotel um und erschien anschließend wieder auf dem Parteitag. Bei ihrer Rückkehr wurde sie von den etwa 600 Delegierten mit großem Applaus empfangen. Viele Delegierte erhoben sich von den Sitzen. “Ich werde mich auch von solchen saudämlichen Aktionennicht davon abhalten lassen, weiter für die Linke aktiv und engagiert Politik zu machen”, sagte Wagenknecht.

Weiter sagte sie: “Schlimmer als die ganze Torte finde ich die Beleidigung, mit Frau von Storch auf eine Ebene gestellt worden zu sein. Das ist echt eine Unverschämtheit. Das zeigt, dass da völlig politische Analphabeten am Werk waren”. Die AfD-Politikerin Storch hatte im Februar eine Torte ins Gesicht bekommen.

Linken-Parteichefin Katja Kipping sagte zu dem Vorfall: “Das war nicht nur ein Angriff auf Sahra Wagenknecht, das war ein Angriff auf uns alle.” Ko-Fraktionschef Dietmar Bartsch fügte hinzu: “Das ist nicht links, das ist nicht antifaschistisch, das war dumm und hinterhältig.” (cai/ jwo / dpa)

Wer ist Sahra Wagenkencht

Sahra Wagenknecht[1], amtlich zunächst Sarah Wagenknecht,[2] (geboren am 16. Juli 1969 in Jena,DDR) ist eine deutsche promovierte Volkswirtin, Publizistin und Politikerin (PDS, Die Linke).

Ab den frühen 1990er Jahren hatte sie maßgebliche Funktionen in verschiedenen Vorstandsgremien der PDS inne. Nach der 2007 erfolgten Vereinigung der PDS mit der SPD-Abspaltung WASG konnte sie ihren Einfluss in der Nachfolgepartei Die Linke erweitern. Dort gilt Wagenknecht als Protagonistindes linken Parteiflügels.

Von 2010 bis 2014 war sie eine der stellvertretenden Parteivorsitzenden. Davor vertrat sie die PDS bzw. Die Linke von 2004 bis 2009 als Mandatsträgerin im Europäischen Parlament. Seit September 2009 ist Wagenknecht Abgeordnete im Deutschen Bundestag. Ab 2011 war sie dort stellvertretendeFraktionsvorsitzende der Linksfraktion. Am 13. Oktober 2015 löste sie zusammen mit Dietmar Bartsch, einem Vertreter des als gemäßigt geltenden Parteiflügels, den bis dahin amtierenden Fraktionsvorsitzenden Gregor Gysi ab[3] und ist damit zur Oppositionsführerin des 18. Bundestagsaufgerückt.

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